Deutschlands schönste Weidelandschaft liegt im Norden Schleswig-Holsteins vor den Toren Flensburgs. Das „Stiftungsland Schäferhaus“ bekommt den Titel „Weidelandschaft des Jahres 2016“. Die Auszeichnung wird alljährlich vom Verein Weidewelt e. V. verliehen.

Der Weidewelt-Vereinsvorsitzende Gerd Bauschmann kam eigens aus dem hessischen Wetzlar angereist, um Gerd Kämmer vom Verein „Bunde Wischen“ die Auszeichnung zu überreichen. In der Begründung des Vereins heißt es: Die Bedeutung von Viehweiden für die Biodiversität, für Klima- und Hochwasserschutz, für die Erholung und nicht zuletzt für die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel ist immens. Aber Viehweiden sind auch gefährdet, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht.  „Wir verbinden in den Weidelandschaften, die wir bewirtschaften, die Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln mit dem Schutz der Vielfalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierarten und schaffen reizvolle Erholungslandschaften für Besucher“, erklärte Biologe und Rinderhalter Kämmer.

Bereits vor 18 Jahren erwarb die Stiftung Naturschutz den ehemaligen Standortübungsplatz von der Bundeswehr, zäunte das rund 415 Hektar große Gelände ein und richtete eine etwa 280 Hektar große Weidelandschaft ein. „Die Zusammenarbeit mit dem Verein Bunde Wischen ist für uns ein Glücksfall, “ erklärte Dr. Walter Hemmerling, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, „für den Verein war der Naturschutzgedanke immer genauso wichtig, wie die Produktion des hervorragenden Lebensmittels Robust-Rindfleisch“.

Auch bundesweit hat die Stiftung Naturschutz die Idee der Weidelandschaften schon früh vorangetrieben und bereits 1999 ein fünfjähriges Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz zur naturschutzfachlichen Wirksamkeit der Ganzjahresweide sowie deren betriebswirtschaftlicher Attraktivität für Landwirte begonnen. Heute hat die Stiftung rund 4500 Hektar solcher Wilden Weiden, in denen über 70 Landwirte aktiv sind.

Dass die Auszeichnung in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein geht, freute Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, besonders. „Mit diesem Titel wird auch der Pioniergeist der Stiftung Naturschutz und des Vereins Bunde Wischen e.V. belohnt“, betonte der Minister, „denn hier im Stiftungsland Schäferhaus liegt nicht nur eine der größten Wilden Weiden in Schleswig-Holstein, sie war auch bundesweit die erste in der robuste Weidetiere das ganze Jahr über draußen leben und dadurch die biologische Vielfalt fördern.“

Die weite, savannenartige Landschaft im „Stiftungsland Schäferhaus“ mit ihren kargen Böden ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein. Seltene Pflanzen, wie Heidenelke, wilder Thymian, Bergsandglöckchen oder Teufelsabbiss, sind hier ebenso zu Hause wie gefährdete Vögel, unter ihnen Sumpfohreule, Neuntöter, Braunkehlchen. Daneben tummeln sich Schmetterlinge, wie Hauhechelbläuling oder Grünwidderchen, Fledermäuse, Amphibien, Libellen und Reptilien wie die Zauneidechse. Sie alle profitieren von dem bunten, ineinander verwobenen Mosaik der unterschiedlichsten Lebensräume, das durch die ganzjährige Beweidung entsteht. Eine bunte Landschaft, in der auch der größte Naturerlebnisraum Schleswig-Holsteins auf Besucher wartet.

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