Was für eine schöne Tour durch die Landschaft und das Stiftungsland um Westerhever/Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland: Gut 20 Kilometer ging es beim Naturgenussfestival mit dem Rad durch diese ehemalige Insel – über kleine Wege, am Deich entlang, durch Dörfer und vorbei an den mächtigen Haubargen, die so typisch für diese Region sind. Und auch wenn wir nicht direkt zum Westerhever Leuchtturm fuhren: Im Blick war das imposante Bauwerk fast immer.
Mit dabei waren Gudrun Beuck, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Jens Kohrs, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes der Shorthornzüchter e.V. (BUSH), und Naturgenussfestival-Koordinatorin Silvia Janzen. Gemeinsam erzählten sie unterwegs von Land und Leuten, Landwirtschaft, Historie, Naturschutz und davon, wie das alles zusammen gut funktionieren kann.
Ein besonderer Stopp führte natürlich ins Stiftungsland zu den Shorthorn-Rindern. Die traditionsreiche Rinderrasse ist robust, an unterschiedliche klimatische Bedingungen gut angepasst und eignet sich deshalb sehr gut für eine extensive Haltung. Das Deutsche Shorthorn-Rind gehört zu den stark gefährdeten Haus- und Nutztierrassen und steht auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). Ursprünglich aus Großbritannien stammend, gibt es heute in Deutschland nur noch wenige Hundert Zuchttiere. Darum sind wir auch so froh, dass wir in Nordfriesland wieder viele Rinder haben und sogar der Bundesverband hier ansässig ist. Ein bedeutender Rinderhalter für diese Rasse ist u.a. unser Partner Johannsen aus Sprakebüll.
Auf Naturschutzflächen können Rinder noch eine ganz andere Aufgabe übernehmen: Durch ihre Beweidung halten sie Flächen offen und schaffen ein Mosaik aus unterschiedlich hoher Vegetation, Grasflächen und Strukturen – davon profitieren wiederum zahlreiche Pflanzen, Insekten und Vögel. Genau dieses Zusammenspiel von Landwirtschaft und Naturschutz macht viele Flächen des Stiftungslandes aus. Auch wir sahen wieder viele seltene Vogelarten wie z.B. Den Seeadler, Kiebitze.
Und weil zum Naturgenussfestival der Genuss unbedingt dazugehört, endete die Radtour im Kirchspielkrug Westerhever. Dort wartete ein leckeres Friessiche Tapas Abendbrot mit Spezialitäten aus der Region – genau richtig nach mehr als 20 Kilometern im nordfriesischen Wind und hochsommerlichen Temperaturen!
Das Schönste aber war die Stimmung: interessierte, begeisterte Teilnehmer*innen, viele Gespräche unterwegs und immer wieder neue Geschichten über diese besondere Landschaft.
Am Ende fühlte es sich weniger wie eine geführte Tour und mehr wie eine Radtour mit guten Freunden an.
Und deshalb steht für uns schon jetzt fest: Das machen wir im nächsten Jahr wieder!








