Erst ins Stiftungsland, dann "myKitchenJazz" in Plön

Wanderung Stiftungsland Suhrer See und dann ab in die Küche an die Töpfe

 

Ein sehr giftiger Grüner Knollenblätterpilz nebst "Bruder", der "Gelbe Knollenblätterpilz", ein riesiger Parasol, glasklares Seewasser und zum Abschluss ein selbst gekochtes Drei-Gänge-Menü: Diese Premiere im Naturgenussfestival hatte einiges zu bieten. Diesmal ging es ins Stiftungsland am Suhrer See bei Plön und anschließend zu My KitchenJazz. Schon beim Treffpunkt war klar: Hier hatte sich ein „Team Naturvielfalt“ gefunden. Nur Damen und alle sehr neugierig, gesprächig und mit richtig viel Lust aufs Entdecken.

Jörn Gollisch von der Stiftungswacht nahm die Teilnehmerinnen mit auf das ehemalige Bundeswehrgelände, das dem Biohof Nitz ab Herbst als Winterweide für die Robustrinder, die Highlands, dient. Wie viel unterschiedliche Natur hier zusammenkommt! Die Fragen ließen nicht lange auf sich warten: zu den essbaren Kräutern, zur Arbeit der Stiftung Naturschutz und zu weiteren Veranstaltungen des Festivals. Dabei wurde deutlich, was das  Stiftungsland bewirkt: Es schützt wertvolle Landschaften dauerhaft und erhält gemeinsam mit landwirtschaftlichen Partnern Lebensräume für zahlreiche Arten.

Wie immer bei neuen Veranstaltungen war auch Silvia Janzen dabei, die Koordinatorin des Festivals. Denn zu einer gelungenen Veranstaltung gehört mehr als eine schöne Strecke: Was macht dieses Stiftungsland besonders? Wie gut lässt es sich erwandern, was gibt es zu entdecken? Und wie passen das Naturerlebnis, der anschließende regionale Genuss und die Partnerschaft zusammen? Hier passte das wieder einmal wunderbar, war das Ergebnis! 

Besonders häufig wanderte der Blick diesmal Richtung Boden.

Gleich zu Beginn entdeckte die Gruppe vermutlich einen Grünen Knollenblätterpilz, einen der giftigsten Pilze Deutschlands. Dazu kamen ein Gelber Knollenblätterpilz, Wiesenchampignons, ein riesiger Parasol, Boviste und noch vieles mehr. Ausdrücklich war die Wanderung aber kein Pilzbestimmungskurs. Wer Pilze sicher kennenlernen und bestimmen möchte, findet dafür eigene Veranstaltungen mit Pilzexpert*innen im Naturgenussfestival.

Spannend wurde es auch unter der Oberfläche: Was wir als Pilz sehen, ist häufig nur der Fruchtkörper eines weit verzweigten Geflechts im Boden. Viele Pilze gehen darüber eine Partnerschaft mit Baumwurzeln ein. Sie liefern Wasser und Nährstoffe und bekommen dafür Zucker vom Baum. Ein Tauschgeschäft, das ganz ohne unser Zutun funktioniert.

Zwischen Baldrian und Johanniskraut gab es außerdem Geschichten über eine heimliche Bewohnerin des Gebiets: die Haselmaus. Der kleine, vorwiegend nachtaktive Kletterkünstler findet im dichten Geäst sein Zuhause und bleibt den meisten Spaziergänger*innen verborgen. Dann lag der Suhrer See vor der Gruppe – mit herrlich klarem Wasser. Weil der See besonders nährstoffarm ist, wachsen hier weniger frei schwebende Algen. So gelangt Licht bis in tiefere Wasserschichten, in denen auch seltene Unterwasserpflanzen gedeihen können. Eine Wasserstelle für die Rinder war sicher eingezäunt - damit die Rinder nicht "stiften gehen". 

Mit vielen Eindrücken und gutem Appetit ging es anschließend nach Plön. Dort wartete Helena Wolodarski-Buller von My KitchenJazz bereits auf die Teilnehmerinnen. Gemeinsam wurde geschnippelt, gerührt und gekocht, bis ein Drei-Gänge-Menü mit heimischen, regionalen Leckerlichkeiten auf dem Tisch mit Seeblick stand. Und beim gemeinsamen Essen gab es natürlich noch reichlich Gesprächsstoff.

So schmeckt ein gelungener Tag im Naturgenussfestival: draußen neugierig werden und viel über die Natur erfahren, gemeinsam etwas Neues ausprobieren und am Tisch die Entdeckungen noch einmal teilen und gemütlich schnacken. Auch diese Veranstaltung wird sicher im nächsten Jahr wiederholt - wir schmieden schon an Rezepten! 

Holztisch vor großen Fenstern mit gedecktem Frühstück, darunter Brotkorb, Teller mit belegten Broten, Besteck und zwei Vasen mit Blumen
Ein einzelner braun gefleckter Pilz mit breitem Hut steht aufrecht in moosbedecktem Waldboden mit Blättern und Gräsern.
Gruppe von sechs Personen steht auf einer Wiese vor Bäumen, eine Person zeigt mit dem Arm nach oben
Zwei grüne Knollenblätterpilze wachsen auf moosbedecktem Waldboden mit Laub und Gras
Holztisch vor großen Fenstern mit gedecktem Frühstück, darunter Brotkorb, Teller mit belegten Broten, Besteck und zwei Vasen mit Blumen