Naturschutz und Genuss

Naturschutz und Genuss - vereint im Naturgenussfestival Schleswig-Holstein

Naturschutz, Artenschutz ist für viele von uns wichtig. Der Klimawandel ist ein umfassendes und sehr komplexes Thema. Aufgegriffen von vielen Schülern europaweit, scheint es jetzt endlich in die Köpfe aller (naja, vieler…) zu kommen. Diese Themen sollten für uns Schleswig-Holsteiner ganz besonders wichtig sein. Leben wir doch im schönsten Bundesland der Welt, im echten Norden – so der Werbespruch. Denn einmal verloren gegangene Biodiversität, ausgestorbene Arten, lassen sich nicht so einfach auf Knopfdruck wieder herstellen. Das ist für immer!

Besorgnis alleine reicht nicht – machen ist angesagt!

Was können wir tun gegen diese Bedrohungen, die uns doch alle betreffen. Es nützt nicht, auf Facebook fleißig zu posten und ach so besorgt zu sein á la #artensterben – jede*r kann aktiv was tun. Man muss dabei nicht gleich das Ziel zu haben, die Welt zu retten.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein trägt mit ihrer Arbeit und den vielen Projekten dazu bei, u.a. Arten zu schützen und zu erhalten. Denn jede ausgestorbene Art zieht viele andere Arten mit sich! Das Beispiel mit den Bienen kennt inzwischen jeder.

Um auf die wichtige Arbeit aufmerksam zu machen, Projekte bekannt zu machen wie z.B. „Life Aurinia“ – das Goldene Scheckenfalterprojekt oder „Wo ist Greta“ – die Suche nach der seltenen Uferschnepfe aber auch die Haselmaussuche, den Fischotter oder die Zauneidechse, die wilden Orchideen, die Küchenschelle …es gibt inzwischen so viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, das es uns „Nicht-Biologen“ einfach grausen muss. Einen Aufschluss geben die Roten Liste für Schleswig-Holstein.

Ein klitzekleines Beispiel ist die Haselmaus, die stark bedroht ist. Leider ist sie so klein, schüchtern und kann sich nicht wehren.

Die kleinen Siebenschläfer sind angewiesen auf artenreiche Waldränder, sind häufig in Knicks anzufinden. Es gibt immer weniger Knicks in Schleswig-Holstein, große Monokulturfelder haben diese typischen Landschaftsbilder abgelöst. Aber auch großräumiges auf den Stock setzen von Knicks, Straßen und fehlende Wanderkorridore machen diese Lebensräume für die Haselmaus unbewohnbar. Auch viele Fledermäuse sind bereits bedroht und viele, viele andere Säugetiere. Mehr hier in der roten Liste der Säugetiere in Schleswig-Holstein.

Ein aktuelles Projekt für die Haselmaus: Die Stiftung Naturschutz stellt gerade in Kleinkummerfeld einen Auwald wieder her, um den kleinen Siebenschläfern eine neue Heimat zu geben.

Was hat das alles mit dem Naturgenussfestival zu tun? Und warum sagen wir „Mit Genuss die Natur retten.“

Als ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein versammelt das Naturgenussfestival rund 100 Partner: Produzenten von regionalen Produkten, 25 Gastronomen, Naturführer oder Künstler, die ein Ziel haben: Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz auf die wichtigen Themen aufmerksam machen, Menschen für die Arbeit rund um den Naturschutz begeistern und die Projekte näherbringen. Gemeinsam auf das Stiftungsland z.B. Hessenstein oder Schäferhaus zu wandern. Die Tiere und Pflanzen, die dort leben, zu entdecken, zu verstehen. Also zu begreifen, im wahrsten Sinne des Wortes, was Naturschutz und Artenschutz in der Realität bedeutet. Wie sieht so ein Galloway aus, was isst es, warum ist es das ganze Jahr über draussen. Und wie helfen wir denn dem Naturschutz, indem wir dann dieses Fleisch essen (wenn wir denn Fleisch essen) und nicht das aus dem Supermarkt für Kilo 2,99 €. Warum kostet die Wiederansiedlung eines kleinen Schmetterlings viel Geld und was steckt dahinter? Warum muss die schöne Kartoffelrose in manchen Gebieten wieder entfernt werden? Und was soll die Suche nach Greta oder der Schutz der Zauneidechse?

Fragen zum Naturschutz werden beantwortet – und Lösungen aufgezeigt

Diese und viele weitere Fragen werden bei Spaziergängen oder auch Workshops mit Experten geklärt und in den meisten Fällen dann ein Naturgenussmenü oder -picknick bei den Restaurantpartnern in schöner Atmosphäre eingenommen. Hier wird, wer will, weiterdiskutiert. „Mit Genuss die Natur retten“ – dieser Spruch wurde von den, ich nenne sie mal jetzt „richtigen“ (für die halten sie sich) Naturschützern und auch einigen Agrarexperten belächelt und für naiv erklärt – „so rette ich doch nicht die Natur!“.

Das kann man so oder so sehen. Und jeder wie er meint. Wenn wir nur 50% der Gäste, die vorher sich nie und nimmer um diese Fragen Gedanken gemacht haben, dazu bewegen, sich mit der Natur zu beschäftigen, in die Natur zu gehen und viele Verhaltensweisen zu hinterfragen, wie z.B. regionales Essen und Fleisch aus Betrieben, die nachhaltig wirtschaften, zu kaufen, dann haben wir rund 15.000 Menschen bewegt. Ist das nichts?

Also, nichts wie raus und „Mit Genuss die Natur retten!“.

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