Salz aus dem Meer

Naturgenuss-Wanderung im Stiftungsland Holnis

Eine Steilküste zu erklimmen ist für Norddeutsche fast eine Bergwanderung. Wenn allerdings ein traumhafter Ausblick auf die glitzernde Ostsee, blühende wilde Weiden mit friedlich grasenden Galloways, Steinhügel mit sich sonnenden Echsen das Ziel sind, dann fällt es leicht! Der Weg ist das Ziel, wie eigentlich immer bei den Naturgenussfestival Wanderungen.

Die Tour „Salz aus dem Meer – Naturgenuss-Wanderung im Stiftungsland Holnis“ mit der zertifizierten Natur-und Landschaftsführerin Stefanie Dibbern ist jedes Mal wieder spannend.  Gibt es doch viel zu entdecken auf der abwechslungsreichen Tour und viele Geschichten!

Die Nord-und Westküste der Halbinsel inklusive dem kleinen Noor ist Naturschutzgebiet und gehört zum Stiftungsland der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, wird von der NABU betreut. Die Weiden sind verpachtet an Bunde Wischen e.G. die dort ihre robusten Naturschutzrinder weiden lassen. Das ganze Gebiet ist ein wichtiger Rast-und Brutplatz für viele Seevögel und Teil des EU-Vogelschutzgebietes.
So entdecken wir auf den Salzwiesen Kiebitze, Austernfischer und Rotschenkel, rastende Schwäne und Enten. Insgesamt wurden schon 130 verschiedene Vogelarten gezählt.

„Hui, rechts das Maisfeld ohne ein einziges Kraut dazwischen, gradlinig sprießt der knackegrüne Mais aus dem dunklen Feld und links das wunderschöne lebendige Naturschutzgebiet mit dem Noor, den vielen Wasservögeln, den wilden Blumen und Gräsern – besser kann man die Wanderung und die Erklärung, was Stiftungsland bedeutet, nicht anfangen!“ so eine Teilnehmerin gleich zu Beginn der Wanderung. Weiter geht’s an der neu renovierten Ziegelei-Besitzer Villa vorbei an der Infohütte des NABU zur hohen Steilküste. Hier wird kurz Rast gemacht. Was sollen die weißen Deichfolien am Rand der Steilküste – sieht ja schon komisch aus, fragen Teilnehmer. Dort wird der Rosa Rugosa –  auch Kartoffelrose genannt, feiner: Syltrose – der Kampf angesagt. Denn sie ist zwar schön, riecht betörend, aber wo sie sich einmal angesiedelt hat, wächst kein anderes Kraut mehr. Ursprünglich kommt sie aus Ostasien – also auch nicht wie von vielen vermutet heimisch. Mit schonungslosem Ausgraben und Abdecken der verbliebenen Triebe versucht die Stiftung Naturschutz, ihrer Herr zu werden.

Weiter geht’s durch einen kuriosen Weißdorntunnel, vorbei am traumhaften Strand der Nordküste mit knorrigen Bäumen, Felsbrocken,  alten verformten Ziegeln, herabgefallenen Bäumen, deren riesige Wurzeln in den Himmel ragen. Strahlend blauer Himmel und dazu dieses Ambiente – fast wie in der Karibik!
Und hier, an einer windgeschützten Ecke packt Stefanie Dibbern ihren Gaskocher nebst Salzsiedepfanne aus. Wer holt nun weit draussen sauberes Ostseewasser, um dieses zu sieden? Auf alles vorbereitet und bei den meisten Wanderungen dabei geht Silvia Janzen, Organisation des Naturgenussfestivals für die Stiftung Naturschutz, unter lautem Gejohle der Gäste in die frische Ostsee und holt ½ liter klares Ostseewasser zum sieden.  Gespannt schauen nun die Gäste Stefanie Dibbern zu, währen Silvia Janzen interessantes zur Stiftung Naturschutz und den aktuellen Projekten berichtet.
Nach gut 20 Minuten wird das Ostseesalz – Ausbeute vielleicht 3 Gramm – dann gesiedet. Wer bekommt diesen weißen Schatz? Der jüngste Gast. Die sechs jährige Henni  freut sich darauf  „Das Salz kommt morgen auf mein Frühstücksei! Das ist richtig toll und kann ich in der Schule erzählen!“ Wobei die Mutter hinzufügt: „In der Corona Zeit ist das Wandern zum neuen Trend geworden. Die Kinder erzählen sich gegenseitig, wo sie wandern waren und was es zu entdecken gibt. Wir wohnen in Flensburg und entdecken unsere Heimat neu. Nie wieder Cluburlaub!“
Zufrieden gehen die Gäste nach dem ca. 3 stündigen Ausflug nach Hause. Schade, das Fährhaus hat geschlossen und kein Hinweis, wann es wieder öffnet. Das wäre ein schöner Naturgenuss-Abschluss geworden. Vielleicht im nächsten Jahr!

 

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